Verband Arbeitssicherheit






Schutzwirkung und Produktarten

Kann durch technische und organisatorische Maßnahmen die Atemluftqualität nicht ausreichend gewährleistet werden, muss geeigneter Atemschutz verwendet werden.

Voraussetzung für eine effiziente Vermeidung der Gesundheitsrisiken durch Atemschutz ist richtige Auswahl und konsequente Verwendung und Wartung des Atemschutzes.

Schadstoffkonzentrationen sowie Sauerstoffmangel in der Atemluft können nur durch (permanente) Messungen festgestellt werden.

Der Arbeitgeber muss sich über mögliche Luftschadstoffe am Arbeitsplatz informieren, die Arbeitsplätze evaluieren und gegebenenfalls geeigneten Atemschutz zur Verfügung stellen.

Der Arbeitnehmer muss den ihm zur Verfügung gestellten Atemschutz, während der gesamten Aufenthaltszeit im Gefahrenbereich, tragen.

Atemschutzgeräte werden unterschieden in:

• Filtergeräte (Umgebungsluft abhängig)

• Isoliergeräte (Umgebungsluft unabhängig)

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Filtergeräte

Filtergeräte

Sie sind abhängig von der Umgebungsluft und dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn ein Sauerstoffgehalt der atembaren Luft von min. 17 Vol% (bei Filtern gegen Kohlenstoffmonoxid mindestens 19 Vol%)  gewährleistet ist.

Es ist darauf zu achten, dass die Bestimmungen über die höchstzulässigen Schadstoffkonzentrationen eingehalten werden. (Siehe dazu Auswahlhilfen und Qualitätskriterien)

Filtergeräte gibt es ohne oder mit Gebläseunterstützung und werden eingesetzt als Schutz gegen

Partikel (Partikelfilter)

• Gase und Dämpfe (Gasfilter)

• Gase, Dämpfe und Partikel (Kombinationsfilter)

Über die Verwendungsdauer von Filtern kann keine allgemein gültige Aussage getroffen werden, da diese von vielen verschiedenen Faktoren abhängt – Luftfeuchtigkeit, Belastung der Umgebungsluft mit (verschiedenen) Schadstoffen, Atemtätigkeit des Geräteträgers etc.

Über die maximale Verwendungsdauer und Wiederverwendbarkeit gibt die jeweilige Bedienungsanleitung Auskunft.

 

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Formen von Filtergeräten

Halbmasken:
umschließen Nase, Mund und Kinn

Partikelfiltrierende Halbmasken
bestehen ganz oder überwiegend aus Filtermaterial und schützen gegen schädigende feste und flüssige Partikel.

Auswahl an verschiedenen partikelfiltrierenden Halbmasken 

 

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Gasfiltrierende Halbmasken
bestehen ganz oder überwiegend aus Filtermaterial oder das Gasfilter stellt einen untrennbaren Teil des Gerätes dar und schützt gegen Gase oder Gase und Partikel.

 

 

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Halbmasken mit auswechselbaren Filterpatronen
Halbmasken mit auswechselbaren und individuell gegen die jeweiligen Schadstoffe einsetzbaren Filterpatronen.
Wie filtrierende Halbmasken bedecken auch diese Halbmasken Nase, Mund und Kinn. Die Reinigung der Luft erfolgt über verschiedene Filtermedien für Partikel, Gase und Dämpfe.

Vollmasken:
Vollmasken bedecken das ganze Gesicht und schützen somit auch die Schleimhäute der Augen vor Reizungen durch Schadstoffe. Je nach Zulassung erfolgt die Reinigung der Luft über verschiedene Filtermedien, welche entweder über einen Norm- oder firmenspezifischen Anschluss verfügen.


Motorunterstützter Atemschutz:
Kernstück eines Gebläse-Atemschutzsystems ist die Gebläseeinheit, die zwischen Atemschutzfilter und dem entsprechenden Atemanschluss (Halb- oder Vollmasken, Haube oder Helm) platziert ist. Diese Gebläseeinheit zieht die durch ein oder mehrere Filterstufen gereinigte Umgebungsluft an und führt sie zum Atembereich des Trägers. Dadurch tritt eine wesentliche Verminderung des Atemwiderstandes ein, was zu einer wesentlichen Erhöhung des Tragekomforts beiträgt.

 

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Einteilung der Atemschutzfilter:

• gegen Partikel

- mit niedrigem Abscheidevermögen P1, FFP1, TM1P, TH1P
- mit mittlerem Abscheidevermögen P2, FFP2, TM2P, TH2P
- mit hohem Abscheidevermögen P3, FFP3, TM3P, TH3P

Die Bedeutung der Zusatzbezeichnungen FF (filtering face piece) gilt nur für filtrierende Halbmasken
TM (turbo mask) gilt nur für Halb- oder Vollmasken mit Gebläseunterstützung
TH (turbo hood) gilt nur für Schutzhauben oder Helme mit Gebläseunterstützung

• gegen Gase und Dämpfe
Diese werden nach dem geforderten Aufnahmevermögen in Klassen unterteilt:
- mit niedrigem Aufnahmevermögen - Klasse 1
- mit mittlerem Aufnahmevermögen - Klasse 2
- mit hohem Aufnahmevermögen  - Klasse 3

Isoliergeräte

■ Isoliergeräte

Diese arbeiten unabhängig von der Umgebungsatmosphäre. Falls die Sauerstoffkonzentration kleiner als 17 Vol.-% sein kann und/oder die Schadstoffkonzentration außerhalb der für Filtergeräte zulässigen Einsatzkonzentration liegt oder unbekannt ist, müssen sogenannte Isoliergeräte verwendet werden.

Nicht freitragbare Isoliergeräte:

• Frischluft-Schlauchgeräte
Bei Frischluft-Schlauchgeräten wird die Atemluft aus atembarer Umluft angesaugt, wobei zu beachten ist, dass die Saugschlauch-Länge max. 20 m sein darf (ohne Gebläseunterstützung).

• Druckluft-Schlauchgeräte
Bei Druckluft-Schlauchgeräten wird der Benutzer mit Atemluft aus einer Druckluftversorgung versorgt. (Achtung bei Verwendung von Industriekompressoren muss die Druckluft aufbereitet werden um als Atemluft eingesetzt zu werden!)

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Frei tragbare Isoliergeräte:

• Behältergeräte
Darunter werden Pressluftatmer verstanden. Die üblichen Pressluftatmer sind mit ein oder zwei Pressluftflaschen ausgestattet. Ihre Gebrauchszeit hängt vom Atemluftvorrat in den Flaschen ab. Als Atemanschluss dient eine Vollmaske mit Lungenautomat.

(Abb.: Kurzzeit-Pressluftatmer)

• Regenerationsgeräte
Das sind Atemschutzgeräte, die die Ausatemluft von Kohlendioxid befreien und mit Sauerstoff anreichern, d.h. nicht, wie bei Pressluftatmern, die Ausatemluft ins Freie leiten, sondern sie im Kreislauf führen  bzw. aufbereiten.
 

Arbeits- und Fluchtgeräte mit chemisch gebundenem Sauerstoff
Diese kompakten Geräte werden erst bei Bedarf durch den Geräteträger aktiviert und
erzeugen auf Basis einer Kalium-Hyperoxyd-Reaktion mit der Ausatemluft atembare Luft. Je nach Bauart bieten sie bis zu 60 und mehr Minuten Luftvorrat.