Auswahltipps und Qualitätskriterien
Grundlage für die Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhwerks sind die Gefährdungen am Arbeitsplatz (Evaluierungsunterlagen) und die einschlägigen Normen mit ihren Mindestanforderungen. Da Sicherheitsschuhe meist den ganzen Arbeitstag getragen werden, sollte bei der Auswahl des `richtigen´ Schuhs neben diversen Sicherheitsanforderungen besonders auf Ergonomie und Tragekomfort geachtet werden.
Folgende Kriterien sind zu berücksichtigen (die Reihung erfolgt nicht nach Priorität):
Qualität des Obermaterials
Bei Ledern oder Textilien von hoher Qualität kann der Fuß besser „atmen“, die Schweißbildung wird reduziert, zu schneller Wasserdurchtritt und rasches Durchscheuern werden verhindert
Innenausstattung
Hochwertige Materialien und einwandfrei verarbeitete Innenfutter verrutschen nicht, bleiben länger in Form, den Träger drückt nichts; ebenso wird die vom Fuß abgegebene Feuchtigkeit schneller aufgenommen und nach außen transportiert, sodass ein angenehmes „Klima im Schuh“ ermöglicht wird. Vorausetzung sind allerdings auch geeignete funktionale Socken.
Fußbett und Dämpfung
Qualitäts-Sicherheitsschuhe bieten ein Höchstmaß an Stabilität und Trittdämpfung zur Schonung des gesamten Bewegungsapparates (Vorsorge gegen Schädigung des Fersenbeins, chronische Arthrosen und andere Langzeitschäden an Gelenken). Ein komfortables Fußbett sollte auch bei auswechselbaren Einlegesohlen selbstverständlich sein.
Laufsohle
Diese ist ein wesentlicher Qualitäts- und Wirtschaftsfaktor bei der Schuhherstellung; folgende Punkte sind dabei besonders zu beachten:
a) die Verbindung mit Schaft und Brandsohle:
• angeklebte Sohlen sind vorproduzierte Fertigsohlen aus Gummimischungen, Polyhurethan (PUR) oder PVC. Man erspart so die Entwicklung eigener Sohlenformen.
• anvulkanisierte Sohlen sind fest mit dem eigentlichen Schuh verbundene Gummisohlen (Neopren, Nitril-Kautschuk).
• angeschäumte Sohlen sind ebenfalls fest verbundene Laufsohlen, meist auf Kunststoffbasis (PUR). Diese Fertigungstechnik wurde aus dem Sport- und Freizeitbereich übernommen und zeichnet sich vor allem durch bessere Dämpfungswerte, geringeres Gewicht und somit besseren Gehkomfort aus.
b) die Flexibilität der Sohle; sie muss auch mit durchtrittsicherer Zwischensohle gegeben sein.
c) die unterschiedlichen Beständigkeiten gegen Säuren, Laugen, Kraftstoffe und Öle.
d) die thermische Beschaffenheit; unterschiedliches Sohlenmaterial hat auch unterschiedliche Schmelzpunkte (Symbol HRO).
e) die sog. Shore-Härte der Laufsohle; sogenannte Mono-Sohlen mit hohen Werten haben eine bessere Abriebfestigkeit, aber geringeren Gehkomfort und umgekehrt; Duo-Sohlen haben dagegen meist eine dünne, härtere Laufsohle und eine dickere, weiche Zwischensohle für erhöhten Komfort.
f) das Sohlenprofil; es soll so beschaffen sein, dass die für den Einsatz nötige Rutschhemmung und Trittsicherheit gewährleistet ist und Verschmutzung leicht herausfallen kann.
Passform
Der Leisten ist ausschlaggebend für die Passform und die Funktionalität jedes Schuhmodells. Spezielles Know-how der Hersteller steckt daher in jeder eigenen Leistenentwicklung. Verschiedene Längen-, Weiten- und Breitenvariationen mit entsprechender Zehenkappenform bieten mehr Chancen, den gewünschten „individuell passenden Schuh für alle Mitarbeiter“ zu finden.
Trageakzeptanz
Ein nicht außer Acht zu lassendes Kriterium für den Anwender ist dabei auch die Optik und Haptik des Sicherheitsschuhs, ebenso spielen innovative Materialien und Technologien wie z. B. atmungsaktive Membranen oder metallfreie, antimagnetische Ausführungen eine entscheidende Rolle.
Wirtschaftlichkeit
Die Lebensdauer oder `Standzeit´ von Sicherheitsschuhen hängt maßgeblich auch von der Pflege ab; Lederschuhe sollten regelmäßig gepflegt werden und nach Nässeeinwirkung nicht in unmittelbarer Nähe einer Heizung getrocknet werden. Mit dem Tauschen von herausnehmbaren Einlegesohlen kann man die Tragedauer des Schuhs ebenso verlängern, wie mit der Ausgabe von 2 Paar Sicherheitsschuhen zum wechselweise Tragen.
