Messprinzipien
Folgende Gefahren gilt es zu erfassen:
- Explosionsgefahr (Ex)
- Sauerstoffgefahr (Ox)
- Vergiftungsgefahr (Tox)
- Strahlungsgefahr
- Staubgefahr
Gasmesstechnik
Folgende Messverfahren werden angewendet:
- Wärmetönungssensoren zur Überwachung der unteren Explosionsgrenze UEG.
- Wärmeleitungssensoren für die Messung von Zweistoffgemischen und zur Überwachung von Wärmetönungssensoren.
- Halbleitersensoren für die Leckagededektion
- Elektrochemische Messzellen dienen zur Überwachung von Sauerstoffmangel und -überschuss, zur Überwachung der Grenzwerte ( MAK- oder TRK-Werte ) von toxischen Gasen oder Dämpfen, zur Leckagekontrolle und Prozessüberwachung und auch zur Überwachung von Vitalfunktionen.
- Infrarotanalysatoren zur Überwachung auf explosible und toxische Gase und Dämpfe.
- Photoionisationsdetektoren (PID) für viele organische Gase und Dämpfe.
- Flammenionisationsdetektoren (FID) für die Messung von organischen Kohlenstoffverbindungen.
- Ionenmobilitätsspektrometer (IMS) für die qualitative und quantitative Messung meist hochtoxischer Stoffe.
- Geiger-Müller Zählerrohre mit entsprechender statistischer Auswertung zur Messung der Dosisleistung von Gamma-Strahlung.
- Ionisationskammer zur Messung von Dosis und Dosisleistung von Röntgen-, Gamma und Betastrahlung.
- Caesium Jodid Szintillatoren und PIN Dioden (engl. positive intrinsic negative diode) für Strahlungsdetektoren / Dosimeter.

Folgenden Anforderungen sollte ein Strahlenschutzmessgerät entsprechen:
- Messung der verschiedenen Arten ionisierender Strahlung
- Dosisäquivalente Anzeige über gewünschten Energiebereich
- Richtungsunabhängige Anzeige
- Großer Messbereich
- Der Dosisleistung proportionale Anzeige über den gesamten Messbereich
- Prompte Anzeige
Die schwierigste Messaufgabe besteht in der Abschätzung der Vergiftungsgefahr Tox. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Vielzahl von Stoffen, die rein oder in Verbindung mit anderen in einer oft nicht bekannten Konzentration eine Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt darstellen. Diese Stoffe sind in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften sehr unterschiedlich. Eine Vielzahl der Stoffe, die eine Vergiftungsgefahr darstellen, lassen sich noch nicht durch ein Gerät erkennen.
Hoffnungen in Richtung universeller Infrarotgeräte oder Chromatographen haben sich bisher, vor allem bei Stoffgemischen, nicht bewahrheitet.
Prüfröhrchen (ebenso wie das Chip Messsystem) bieten auch bei Gemischen in der Regel eine rasche Auskunft wie hoch die Schadstoffkonzentration an einem bestimmten Platz zu einer bestimmten Zeit ist und aus welchen Stoffen (gruppen) sich ein Gemisch zusammensetzt. Vor allem die 2 – 3 jährige wartungsfreie Lagerfähigkeit sowie die vergleichsweise niedrigen Anschaffungs- und Folgekosten machen dieses Verfahren interessant.
Bei der Staubmessung erfolgt zumeist nur die Probenahme vor Ort. Die Analysen werden anschließend im Labor durchgeführt. Da für die Probenahme stets ein bestimmter Zeitaufwand erforderlich ist, sind derartige Messwerte zwangsläufig Mittelwerte über die jeweilige Probenahmedauer.
Für besondere Aufgabenstellungen wurden aber auch Geräte entwickelt, mit denen Probenahme und zugleich Analyse vor Ort für Einzelmessungen oder für aufeinanderfolgende Messwerte (registrierende Messungen) durchführbar sind.

Staubbelastungen treten häufig auf:
- im Stollen-, Tunnel- und Untertagebergbau
- im Obertagebergbau
- in der Landwirtschaft
- in der Eisen und Metallindustrie
- in der chemischen Industrie
- in der keramischen Industrie
- in der Textilindustrie
- bei Vorhandensein von Asbest
- bei der Abfallbehandlung
- bei Vorhandensein von Blei und Bleiverbindungen
- beim Schweißen und
- in der Holzindustrie
Eine Überprüfung und Wartung all dieser Geräte ist notwendig, sodass neben allen technischen Gesichtspunkten auch Kriterien der Beratung, Planung und die Verfügbarkeit und eines entsprechenden Servicedienstes von wesentlicher Bedeutung sind.
Lärmmesstechnik
Lärm ist im allgemeinen ein als störend oder laut empfundener Luftschall.
Druckschwankungen, die den ruhenden Luftdruck überlagern, werden als Schall bezeichnet.
■ Physikalische Eigenschaften des Schalls
Eine Schallquelle erzeugt einen bestimmten Betrag an Schallenergie pro Zeiteinheit (Joule/s), d.h. sie hat eine bestimmte Leistung in W (Watt = Joule/s). Dies ist ein grundlegendes Maß für die erzeugte akustische Energie.

■ Der Schallpegelmesser
Ein Schallpegelmesser empfängt Schall in ähnlicher Weise wie das menschliche Ohr und liefert objektive, reproduzierbare Messungen des Schalldruckpegels. Ein Schallpegelmesser besteht im wesentlichen aus den folgenden fünf Funktionsblöcken:
1. Das Mikrofon wandelt die akustischen Druckschwankungen in ein äquivalentes elektrisches Signal um.
2. Der Vorverstärker verstärkt das sehr schwache elektrische Signal vom Mikrofon.
3. Der Detektor wandelt das AC-Signal (Wechselstromsignal) in ein DC-Signal (Gleichstromsignal) um.
4. Die Zeitbewertung bestimmt, wie schnell der Schallpegelmesser auf Änderungen des Schallpegels anspricht.
5. Die Anzeige gibt dem Benutzer den gemessenen Wert bekannt. Dies kann eine Digitalanzeige, eine „Thermometer-Anzeige“ oder ein Drehspulinstrument sein.
■ Schalldosis
Für gleichbleibenden Lärm ergeben Schallpegelmessungen mit A-Bewertung ein recht
gutes Maß für die gehörschädigende Wirkung des Lärms, daher wird die A-Bewertung nun universell zur Lärmbeurteilung hinsichtlich Gehörschäden eingesetzt. Aber nicht nur der Pegel ist von Bedeutung, die Dauer der Belastung muss ebenfalls in Erwägung gezogen werden.
Die Schalldosis ist definiert als der A-bewertete, äquivalente Dauerschallpegel (der A-bewertete Leq), dem eine Person während eines gewöhnlichen Arbeitstages von 8 Stunden bzw. einer gewöhnlichen Arbeitswoche von 40 Stunden ausgesetzt sein darf, ohne ein signifikantes Risiko eines bleibenden Hörverlusts befürchten zu müssen.
Die maximal zulässige Schalldosis beträgt 85 db(A) und entspricht der Schalldosis 100 %.
Generell ist zu beachten:
- Nur bei regelmäßiger und fachgerechter Wartung (Inspektion, Kalibrierung und Justierung) ist ein ordnungsgemäßes Messen und Warnen möglich
- Bedienungs- und Wartungsanleitungen der Hersteller sind ebenso anzuwenden, wie Normen, Richtlinien oder Regelwerke welche im Allgemeinen als Stand der Technik gelten (wie zum Beispiel „T021 – Gaswarneinrichtungen für toxische Gase / Dämpfe und Sauerstoff“ oder T023 „Gaswarneinrichtungen für den Explosionsschutz“ der BG Chemie) .
- Jeder Messaufgabe muss eine Messplanung (Festlegung von Messort, -zeitpunkt und -dauer oder -häufigkeit) vorangehen. Die GLP (gute Laborpraxis) sieht vor, dass als Messwert der Durchschnitt von mindestens drei Einzelmessungen herangezogen wird.
- Messungen sind immer so zu dokumentieren, dass Umfang und Ergebnisse der Messungen eindeutig und nachvollziehbar sind.
